22.01.2024

„Unser Herz schlägt grün“ - lebhafter denn je!

Ein Rückblick mit Ausblick von Andreas Löbke, CO CONCEPT

Das Motto der diesjährigen IPM ESSEN trifft es auf den Punkt. „Unser Herz schlägt grün“. Grün fühlen, grün denken und international agieren, das ist auch heute noch das Erfolgsrezept der Messe Essen für die Internationale Pflanzenmesse (IPM). Als die IPM ESSEN 1983 gegründet wurde, war sie zunächst eine zarte Pflanze neben den damals bekannten Fachmessen in Deutschland. Von vielen bei der Gründung kritisch beäugt, etablierte sich die IPM ESSEN in den letzten mehr als 40 Jahren aber als eine der wichtigsten Veranstaltungen der Gartenbauwirtschaft und Pflanzenindustrie. Seitdem zieht sie jedes Jahr tausende Besucher*innen aus aller Welt nach Essen, nicht weit vom Niederrhein, dem größten Anbaugebiet Deutschlands – und sehr gut erreichbar für wichtige Gartenbaunationen in den Niederlanden, Belgien und Dänemark.

Als Plattform für die Branche bietet die IPM ESSEN Ausstellenden aus den Bereichen Pflanzen Technik, Dekoration für Floristik und Garten sowie Garten- und Landschaftsbau eine hervorragende Bühne für das breite Spektrum an Produkten und Dienstleistungen rund um das Thema Garten und Pflanzen und gilt heute als wichtiger Treffpunkt für Handel, Gartenbaubetriebe, Baumschulen, Landschaftsarchitektur, Politik, Verbände und andere Expert*innen der Branche. Produktion und Absatz der Wertschöpfungskette Grün treffen bei der IPM ESSEN aufeinander.

Die Entwicklung der IPM ESSEN erfolgte in den letzten vier Dekaden parallel zur Branche und dient damit als guter Spiegel der Entwicklung. So war die Messe Essen immer am Puls der Zeit und setzte Trends und gesellschaftliche Strömungen um. Als ein Beispiel der parallelen Entwicklung ist die Anzahl der internationalen Beteiligungen zu sehen. Im gleichen Maße wie der internationale Handel wuchs, stiegen auch die Bewerbungen und Anmeldungen der Aussteller aus aller Welt. Waren es 1983 nur wenig Nationalitäten, gibt es heute rund 50 Ausstellernationen auf der IPM ESSEN, von denen circa 20 offizielle Gemeinschaftsstände mit ihren landestypischen Produkten bespielen. Entsprechend der Teilnehmer*innen kommen auch die Besucher*innen heute nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt, um an der Messe teilzunehmen, sich auszutauschen, zu handeln und reich an Informationen und Ideen in die neue Saison zu starten.

Zur 40. IPM ESSEN ist es an der Zeit, zurückzublicken, wie sich der Gartenbau in den letzten vier Dekaden Jahren verändert hat und mit ihr die heutige Weltleitmesse des Gartenbaus IPM ESSEN.

Die 1980er: Gründung der IPM ESSEN

In den 1980er Jahren war der Gartenmarkt noch anders beschaffen als heute. Die Gartenarchitektur war seinerzeit von geometrischen Formen und strengen Linien geprägt. Häufig wurden symmetrische Beete, Rasenflächen und Hecken angelegt. Auch die Verwendung von formalen Elementen wie Treppen, Terrassen und Mauern war typisch für diesen Zeitraum. Im Garten selbst wurden Gartenzwerge, Vogelhäuschen und andere dekorative Elemente der Zeit für die Gestaltung verwendet. Erst später wurde der englische Gartenstil populär, bei dem eine natürliche und entspannte Atmosphäre durch Staudenbeete, Wiesen und romantische Sitzecken, sowie durch den Einsatz von Natursteinen, Teichen und Wasserspielen betont wurde.

Sehr beliebt im Haus waren in den 80er Jahren grüne Zimmerpflanzen wie Monstera, Drachenbaum, Ficus, Farn oder Efeu. Das Grünpflanzensortiment erfuhr eine Renaissance, verursacht durch einen neuen Konsumententypus, dem „Dschungelfan“. Junge Leute bestritten jährlich zweistellige Zuwachsraten im Absatz dieser Sortimente. Die klassische Nachfrage bei den blühenden Topfpflanzen bestand zu 25% aus Azaleen und Cyclamen. Klassische Artikel wie der Weihnachtsstern machten im vierten Quartal 1980 24 Prozent aus. Orchideen wurden damals in der Verbrauchsstatistik noch unter „Sonstige“ geführt.

Die deutsche Produktion verzeichnete eine rückläufige Tendenz; man sprach von Krise; die Anzahl der Produktionsbetriebe ging zurück, speziell im Schnittblumenanbau. Damalige Veröffentlichungen sprechen von „Folge der steigenden Energiekosten und damit verbunden verschärfte Auslandskonkurrenz“. Die deutsche Produktion setzte verstärkt auf Topf-, Beet- und Balkonpflanzen und begann die Sortimentsbreite beeindruckend und rasant bis heute auszuweiten.

Das Schnittblumenangebot kam zunehmend aus der klimatisch begünstigten Produktion in Drittländern und aus den Niederlanden. Hier stellten die Betriebe massiv von Gemüseproduktion auf die lukrativere Schnittblumenproduktion um.

Während der Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten in den Jahren vor Gründung der IPM ESSEN abnahm und nicht als besonders chic galt, lag der eigene Obst- und Gemüsegarten mit Beginn der 1980er Jahre wieder im Trend. Die Selbstversorgung wurde nach und nach wieder modern, nur ließen die Gärten oft keine großen Pflanzen mehr zu. Die steigende Bedeutung des Gartens und von Grün wurde in den 80er Jahren auch durch das Aufkommen von überdachten Terrassen und Wintergärten deutlich, die zur verstärkten Nutzung des Gartens als erweiterten Wohnraum in den 80er Jahren immer beliebter wurden. Hier konnte man auch bei schlechtem Wetter im Garten verweilen und so die Verbindung zwischen drinnen und draußen schaffen.

Auf der IPM ESSEN wurde in dieser Zeit schon alles gezeigt, was dem Zeitgeist entsprach und es im deutschen Gartenbau, aber auch den benachbarten Ländern zu sehen gab. Insbesondere Ziersträucher und Bäume waren immer stark auf der IPM ESSEN vertreten, nicht zuletzt, weil die Baumschulen zu den Ausstellern der ersten Stunde gehören.

Neben Ziersträuchern und Bäumen haben auch Schnittblumen und Floristik ihren festen Platz in der Messe Essen. 1986, zur vierten IPM ESSEN, wurde die FLORBEDA in die internationale Leitmesse integriert. Gleichzeitig fand dort der erste Pflanzschalenwettbewerb des Fachverbands deutscher Floristen (FDF) NRW in Zusammenarbeit mit der Messe Essen statt, an dem später auch der Straußwettbewerb angegliedert wurde. Somit wurden die ersten floralen IPM-Wettbewerbe Mitte der 80er ins Leben gerufen.

In dieser Zeit überführten die westfälischen Gärtner*innen ihre Technikausstellung für den Gartenbau in Hamm auch in die IPM nach Essen.

Die 1990er: Die IPM ESSEN entwickelt sich weiter

Die 90er Jahre waren im Gartenbau bereits durch erste Ansätze eines neuen, ökologischen Denkens gekennzeichnet. Begrifflichkeiten wie „Nutzung natürlicher Ressourcen“, „Kompostierung“, „Mulchen“ und der „Verzicht auf chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel“ wurden Alltag.

Erste Ansätze zu mehr Grün im urbanen Raum ließen sich in den 1990er Jahren durch die Zunahme und Priorisierung von Balkongärten, Dachgärten und Gemeinschaftsgärten ablesen.

Gärten im englischen Stil mit üppiger Bepflanzung und romantischen Elementen, wie Rosen und Clematis wurden immer beliebter. Auch asiatisch inspirierte Gärten mit Bambus, Wasserstellen und Steinarrangements fanden zu dieser Zeit Anklang. Die Anlage von Gartenteichen mit Wasserpflanzen und kleinen Fischen war ebenfalls eine verbreitete Praxis in den 90er Jahren. Eine ruhige, entspannende Atmosphäre wurde durch das plätschernde Wasser und die Vielfalt der Wasser- und Uferpflanzen geschaffen.

Die Bedeutung des Themas Selbstversorgung durch den eigenen Kräuter- und Gemüsegarten nahm zu. Der Anbau von Küchenkräutern und saisonalem Gemüse nahm Schwung auf und war typisch für viele Hobbygärtner in dieser Zeit, erreichte aber noch nicht seinen Zenit.

Ein stark wachsendes Segment im Garten stellten Gartenaccessoires und Dekorationselemente in den 1990er Jahren dar. Immer mehr Verbraucher*innen entdeckten Gartenmöbel, Gewächshäuser, Rankgitter und Skulpturen für mehr Individualität und gestalterische Vielfalt in den Gärten für sich. Entsprechend kamen auch aus diesem Bereich immer mehr Aussteller auf die IPM ESSEN. Auch die erste Nachfrage nach innovativen Gartengeräten und -technologien, wie z.B. automatische Bewässerung, wurden zu dieser Zeit schon bedient.

Im Haus wurde die Verwendung exotischer und tropischer Pflanzen immer beliebter. Pflanzen wie Orchideen, Bromelien oder Palmen verfügten über auffällige Blätter und Blüten und waren neben Ficus, Yucca-Palme oder Efeutute sehr gefragt.

Mit Zunahme der Importe für den deutschen Markt speziell im Schnittblumenbereich wurde auch der Ausstellerbereich im BGI-Tradecenter auf der IPM ESSEN groß, wo sich alle exportorientierten Nationen und Großhandelsimporteure seither regelmäßig treffen und ihre Geschäftsbeziehungen festigen.

Die 2000er: Reifephase in einem stagnierenden Umfeld

In den 2000er Jahren wurde der Markt reifer. Die Verwendung mediterraner Pflanzen im Gartenbau erlebte einen regelrechten Boom: Oleander, Lavendel, Rosmarin und Zypressen wurden verstärkt in Gärten gepflanzt und verliehen ihnen ein mediterranes Flair. Entsprechend groß war die Nachfrage nach diesen Pflanzen, was konsequent zu einer Ausweitung der IPM-Aussteller aus dem mitteleuropäischen Raum führte.

Für die Gartengestaltung holten sich die Verbraucher*innen in den 2000er Jahren vermehrt Anregungen durch Gartenmessen und -ausstellungen, die speziell auf das breite Publikum ausgelegt und plötzlich immer populärer wurden. Hier konnten sich Gartenliebhaber*innen inspirieren lassen und neue Ideen für ihre eigene Gartengestaltung sammeln. Dies führte zu einer verstärkten Nachfrage bei Blumen und Pflanzen, gerade nach Solitärpflanzen.

Diesen Trend spürten natürlich auch die Gartenbauunternehmen in ihrer Nachfrage. Entsprechend suchte der Fachhandel auf der IPM ESSEN intensiver nach stärkeren Pflanzen in größeren Töpfen. Das ausgestellte Pflanzensortiment wurde noch breiter und vielfältiger auf der IPM ESSEN und die ausgestellten Pflanzengrößen der Nachfrage folgend üppiger.

Bei Beet – und Balkonpflanzen gehörten Petunien, Geranien und Fuchsien zum Standardsortiment, was es seit den 2000er Jahren auch immer öfter im Systemhandel und in Discountern zu kaufen gibt.

In der gartenbaulichen Produktion konnte man in den 2000ern eine immer stärkere Abwendung von konventionellen Anbauverfahren hin zu biologisch/ökologischen Anbau beobachten. Der kontrolliert, integrierte Anbau etablierte sich zum Standard der gärtnerischen Praxis. Das Angebot an Bio-Pflanzen und Bio-Gartenprodukten der Gärtnereien wuchs, was sich auch im Angebot der IPM-Aussteller widerspiegelte. Pflanzen für Naschgärten, oft gerne auch nach Biostandard produziert, freuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch Blumen und Pflanzen aus heimischen Gefilden und mit geringerem Wasserbedarf sind seit der Jahrtausendwende fester Bestandteil der Aussteller auf der IPM ESSEN.

2008 wurde auch das IPM-Neuheitenschaufenster installiert, bei dem durch eine Fachjury und die Bewertung der Fachbesucher*innen die Pflanzen-Neuheiten des Jahres in verschiedenen Kategorien beschrieben werden. Ziel war und ist es auch heute noch, frische Impulse zu setzten in einem oft stagnierenden Markt. Waren es 2008 erst fünf Neuheiten in fünf verschiedenen Kategorien, wurden über die Jahre immer mehr Kategorien durch Neuheiten bespielt. Heute werden Innovationen in den Kategorien Schnittblumen, blühende Zimmerpflanzen, Kübelpflanzen, grüne Zimmerpflanzen, Gehölze, Beet- und Balkonpflanzen, Frühjahrsblüher, Stauden, Naschobst und -gemüse und oft ein zusätzlicher Sonderpreis gekürt. Insgesamt wurden in den letzten 15 Jahren über 90 Gewinner-Neuheiten gekürt und ausgelobt. Die Neuheiten-Show der IPM ESSEN ist heute Motor und Sprungbrett zugleich für Innovationen der grünen Branche.

Die letzten zehn Jahre: Nicht nur Corona beflügelt den Markt

In den 2010er Jahre nahm das Bewusstsein für Umweltfragen und Nachhaltigkeit im Gartenbau noch einmal zu. Trends wie „Urban Gardening“, „Essbare Stadt“ und der Trend zu Pflanzen für kleinere Gärten, Balkone oder sogar Dachgärten führte zur Entstehung von mehr urbanen Gärten, Gemeinschaftsgärten und vertikalen Gärten.

Insgesamt zeichnete sich nach einem seit Jahrzehnten relativ stabilen Markt für Blumen und Pflanzen ein steigendes Interesse für grüne Erzeugnisse ab, was durch die Covid-19-Pandemie seinen absoluten Höhepunkt fand.

Das Marktvolumen in Deutschland für Blumen und Pflanzen lag 2021 während Corona circa zehn Prozent über dem normalen Niveau. Zeitweise konnte die Nachfrage der Verbraucher*innen nach Grün nicht gestillt werden. Zimmerpflanzen erlebten in den 2010er Jahren ein Revival, insbesondere pflegeleichte Pflanzen wie Ficus oder Monstera wurden wieder zu einem wichtigen Teil der Inneneinrichtung und halfen dabei, Räume zu begrünen und die Luftqualität zu verbessern. Wiederum ein Revival, nur mit einer anderen Kaufmotivation als 1980. Entsprechend der starken Nachfrage erwarteten alle Akteur*innen der Branche freudig den Austausch untereinander auf der IPM ESSEN 2023, der ersten Messe nach den zwei Jahren Corona-Zwangspause.

Ein Trend der 2010er Jahre, der durch die Pandemie noch einmal befeuert wurde, war die Nachfrage nach regionalen Blumen und Pflanzen. Immer mehr Verbraucher*innen besannen sich auf kurze Lieferketten und ließen den Gartenbau in allen Regionen Deutschlands wieder lokal aufblühen.

Nicht zu unterschätzen ist in den letzten zehn Jahren auch der Einfluss von Social Media. Die Verbreitung von sozialen Medien und die Popularität von Gartenblogs ermöglichten es Hobbygärtner*innen, ihre Erfahrungen und Tipps auszutauschen, Inspirationen zu sammeln und das Thema durch Influencer*innen und Unternehmen selbst zu hypen.

Seit 2012, zur 30. IPM ESSEN, bekommt mit dem „Colour your Life“, später dann „Show your Colours Award“, das Thema Pflanzen-Marketing besondere Aufmerksamkeit. Ausgezeichnet wird die beste Story. Entsprechend findet das Fachpublikum auf der IPM ESSEN nicht nur gartenbauliche und florale Inspiration, sondern auch unterstützende Ideen im Marketing.

Überhaupt gilt die IPM ESSEN seit jeher als Impulsgeber, der wichtige Themen und Trends für die Branche immer aufgreift und nicht nur im Rahmenprogramm auf den zahlreichen Bühnen präsentiert. So feierte bereits 2014 das Seminar „Die grüne Stadt“ Premiere auf der IPM ESSEN. Hier wurde die Zukunft von urbanem Grün damals schon der Zeit voraus diskutiert.

Um möglichst international Impulse zu setzen und den internationalen Austausch bewusst zu fördern, wurde unter anderem 2014 der Europäische Baumschulempfang auf der IPM ESSEN ins Leben gerufen. Der Bund deutscher Baumschule lädt in Kooperation mit der European Nurserystock Association an seinen Stand ein. Baumschuler*innen aus ganz Europa kommen hier zusammen.

40 Jahre Wandel – IPM ESSEN als Katalysator

In den letzten 40 Jahren hat sich der Gartenbau in Deutschland und international immer weiterentwickelt und gewandelt. Als Stichworte der Entwicklung sind zu nennen:

·         Technologische Fortschritte: Mit der Entwicklung neuer Technologien haben sich auch im Gartenbau neue Möglichkeiten eröffnet. Automatisierung, Gewächshäuser mit kontrollierter Atmosphäre, optimierte Bewässerungs- und Düngesysteme sowie verschiedene Verfahren zum Schutz vor Schädlingen und Krankheiten haben die Effizienz und Qualität der Gartenbauproduktion verbessert.

·         Nachhaltigkeit: Angesichts des gestiegenen Umweltbewusstseins haben sich auch im Gartenbau wesentliche Veränderungen ergeben. Der Einsatz von umweltfreundlichen Anbaumethoden, der Verzicht auf chemische Pestizide und Düngemittel sowie die Förderung der biologischen Vielfalt spielen in den letzten vier Jahrzehnten eine immer größere Rolle.

·         Struktureller Wandel: Die Größe der Gartenbaubetriebe hat im Laufe der Zeit zugenommen. Gleichzeitig ist die Anzahl der Betriebe in nicht unerheblichen Umfang zurückgegangen. Diese Entwicklung geht mit der allgemeinen Professionalisierung und Spezialisierung einher, um in einem wettbewerbsintensiven Markt bestehen zu können.

·         Sortimente und Absatzkanäle: Waren zu Beginn der IPM ESSEN die Sortimente im Vergleich zu heute noch überschaubar und über den Fachhandel auf den regionalen Markt ausgelegt, stellt man heute fest, dass die Sortimente deutlich ausgeweitet und immer stärker auch überregional im Systemhandel und Discount zu finden sind. Gleichzeitig ist in den letzten Jahrzehnten das Bewusstsein der Verbraucher*innen für regionale Produkte und kurze Lieferketten gewachsen. Auch die Bedürfnisse der Konsument*innen und die Anteile der Verbrauchsausgaben einzelner Produktgruppen hat sich im Laufe der Jahre deutlich verlagert. Der Wunsch der Verbraucherschaft nach Vielfältigkeit im Angebot ist konstant und wird immer besser bedient. Allgemein gilt aber auch heute noch, dass die Absatzwege für Blumen und Pflanzen immer noch vielfältiger und differenzierter als in anderen Branchen sind.

·         Urban Gardening: Eine weitere Veränderung im Gartenbau ist der Trend des Urban Gardening. Immer mehr Menschen in städtischen Gebieten betreiben Gartenbau auf kleinem Raum, sei es auf Balkonen, Dachterrassen oder in Gemeinschaftsgärten. Blumen und Pflanzen werden nicht mehr nur klassisch im eigenen Garten oder Haus verwendet, sondern werden immer mehr als ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz als Ökosystemleistung verstanden.

Die kurze Aufstellung der Stichworte ist nicht abschließend, zeigt aber gut den allgemeinen Wandel und die Dynamik der letzten 40 Jahre des – oft als konservativer Markt beschriebenen – Gartenbaus.

Diesen Wandel maßgeblich begleitet hat die IPM ESSEN. Als Branchenplattform trug sie die letzten 40 Jahre wesentlich zur Vernetzung und zum Austausch der Gärtner*innen in Deutschland, später in Europa, und schließlich weltweit bei.

Von außen betrachtet wirkte die IPM ESSEN seit ihrer Gründung in den 80er Jahren wie ein Katalysator beim Wandel im Gartenbau, in dem sie Prozesse in Gang setzte oder beschleunigte, ohne im Endprodukt enthalten zu sein. Viele Akteure der Branche sind erst mit den Möglichkeiten der Messe Essen zusammengekommen und mit der IPM ESSEN gewachsen.

Resümee und Ausblick:

Die IPM ESSEN hat in den letzten 40 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Garten- und Pflanzenindustrie geleistet. Sie ist nicht nur eine Plattform für den Handel, sondern auch ein Ort der Inspiration und Innovation. Die Messe hat eine große Bedeutung für die Branche und wird sicherlich weiterhin eine wichtige Rolle spielen, um Trends zu setzen und neue Impulse für den Gartenbau zu geben.

Zur Gründung der IPM ESSEN 1983 hatte kaum jemand damit gerechnet, dass sich die Messe mal zu der Weltmesse im Gartenbau etablieren würde. Die gesetzten Ziele wurden rückblickend nicht nur erreicht, sondern übertroffen. Das Messeformat hat wesentlich dazu beigetragen, dass Grün heute in der Öffentlichkeit immer beliebter und professioneller wahrgenommen wird und sich die Fachbesucher*innen jedes Jahr aufs Neue darauf freuen können, die neuesten Trends und Entwicklungen in der Branche zu entdecken und sich mit anderen Experten auszutauschen.

Sofern das Motto der diesjährigen IPM ESSEN „Unser Herz schlägt grün“ auch weiterhin Leitbild des Handelns der Messe Essen bei der Organisation des Messeformats sein wird, wird das bisherige Erfolgsrezept der Internationalen Pflanzenmesse weiterhin funktionieren und die IPM ESSEN als das Branchentreffen von internationaler Bedeutung weiter festigen.

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